Das Programm
Wie lassen sich Kulturorganisationen gestalten und zukunftsfähig weiterentwickeln? Welche Führungskultur braucht es in Kulturorganisationen? Wie können öffentliche Kulturinstitutionen in einer Gesellschaft in Transformation ihre Rolle (wieder)finden? Und was kann der ganz persönliche Beitrag in diesem Prozess sein?
Das Cultural Leadership-Stipendienprogramm bietet jährlich 15 Stipendiat:innen die Möglichkeit, diesen und weiteren Fragen im Rahmen einer 10-monatigen Lernreise nachzugehen. In intensiven Präsenzworkshops, kompakten Fokus-Sessions und selbstorganisierten Lerngruppen schärfen die Teilnehmenden ihre persönliche Haltung als Führungskräfte und entwickeln Kompetenzen für die Gestaltung von Veränderungsprozessen. Zentral für die nachhaltige Wirkung des Programms ist die Community of Practice, die das gemeinsame Lernen fördert und über das offizielle Programmende hinaus als Netzwerk fortbesteht.
Aktuell läuft der Auswahlprozess für das Cultural Leadership-Stipendienprogramm 2026/27 in Hamburg, das im September 2026 starten wird. Weitere Informationen finden sich unter www.leading-culture.de/bewerben
Die Zielgruppe
Das Cultural Leadership-Stipendienprogramm richtet sich an Kulturschaffende…
- mit bereits mehreren Jahren Berufserfahrung im Kulturbereich
- die in einer Kulturorganisation erste Führungsverantwortung übernehmen
- aus allen Bereichen des öffentlich geförderten Kulturbetriebs – darunter Theater, Museen, Musik- und Kunstinstitutionen sowie Einrichtungen der Soziokultur
- aus allen Tätigkeitsbereichen – bspw. Künstlerische Arbeit, Management und Verwaltung, Kommunikation oder Vermittlung
Das Programm richtet sich insbesondere an Personen, die nicht nur das Potenzial haben, Transformationsprozesse in ihren Organisationen voranzutreiben, sondern auch ein ausgeprägtes Bewusstsein für die gesellschaftliche Verantwortung von Kulturinstitutionen mitbringen.
Besonders wertvoll ist die Vielfalt innerhalb des Jahrgangs – sowohl in Bezug auf Sparten, Tätigkeiten und Rollen als auch hinsichtlich der geografischen sowie kulturellen Herkunft der Stipendiat:innen.
Die Entwicklungsziele
Nach Abschluss sind die Stipendiat:innen dazu in der Lage…
- Ihre persönliche Haltung und Führungsrolle klar zu formulieren und in ihrer Praxis stimmig umzusetzen.
- Veränderungsprozesse in ihrer Organisation aktiv zu gestalten.
- Kulturorganisationen als gesellschaftliche Akteure zu verstehen und aus der erarbeiteten Haltung heraus gesellschaftlich Verantwortung zu übernehmen und in diesem Sinne wirksam zu führen.
- Ein professionelles Netzwerk aufzubauen, das über das Programm hinaus fortbesteht und den kollegialen Austausch fördert.
Die Teilnahme wird durch ein Zertifikat der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bescheinigt.
Vier zentrale Kompetenzfelder

Aufbauend auf aktuellen Führungstheorien und der Cultural Leadership-Forschung haben wir ein eigenes Framework entwickelt, das die für wirksames Cultural Leadership nötigen Kompetenzfelder visualisiert. Zentral ist der dem Modell zugrundliegende Gedanke eines kontinuierlichen Lernprozesses, in den die Kompetenzentwicklung eingebettet ist – gemäß des Ansatzes „leadership is learning“.
Das Curriculum
Das Curriculum erstreckt sich über insgesamt zehn Monate und nutzt drei Formate, um Theorie und Praxis eng miteinander zu verknüpfen:
- Vier mehrtägige Präsenzworkshops mit Impulsvorträgen, Übungen, Fallarbeit und kollegialem Austausch.
- Sechs dreistündige Fokus-Sessions zu unterschiedlichen Schwerpunkten, die zum Teil gemeinsam mit Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis gestaltet werden.
- Selbstorganisierte Lerngruppen (Guidance Groups), die das gesamte Programm begleiten und zusätzliche Lernformate entwickeln und einbringen können.
Die Inhalte und Formate werden laufend weiterentwickelt und an die Bedarfe, Erfahrungen und Evaluationsergebnisse angepasst.
Rückblick
- Präsenzworkshop 1: Wege in ein Cultural Leadership der Zukunft
auf Gut Siggen an der Ostsee, dem Seminarzentrum der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. - Online-Session 1: Internationale Perspektiven auf Cultural Leadership
- Präsenz-Session 2: Leading Self
in den Räumlichkeiten des Instituts KMM - Präsenzworkshop 2: Leading Change I
in einer Hamburger Kulturorganisation - Online-Session 3: Alternative Führungsmodelle
- Präsenzworkshop 3: Leading Change II
in einer Hamburger Kulturorganisation
- Online-Session 4: Zukunftswerkstatt I – Feedbackkultur
- Online-Session 5: Zukunftswerkstatt II – Wirkungsorientierung
- Präsenz-Session 6: Krisen_Kommunikation
- Präsenzworkshop 4: Cultural Leadership Professionsentwicklung – Abschluss und Take Off
auf Gut Siggen an der Ostsee, dem Seminarzentrum der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S
- Präsenzworkshop 1: Wege in ein Cultural Leadership der Zukunft
in der Akademie für Kulturelle Bildung, Remscheid
mit Steven Walter, Beethovenfeste Bonn
und Dr. Katherine Heid, ehem. Kulturpolitische Gesellschaft - Online-Session 1: Einführung in die Kollegiale Fallberatung
- Online-Session 2: Empirische Perspektiven auf und für Cultural Leadership
mit Dr. Orian Brook, University of Edinburgh
und Hannes Tronsberg, Future Demand - Online-Session 3: Resilienz: Engagement vs. Abgrenzung – Wann ist genug?
mit Prof. Dr. Barbara Hans, Institut KMM - Präsenzworkshop 2: Leading Change
im Theater am Pumpenhaus, Münster
mit Dr. Doreen Mölders, ehem. LWL Museum für Archäologie und Kultur
und. Dr. Johann Kolsteeg, Universität Groningen
- Online-Session 5: Zukunftswerkstatt I – Diversität als Führungsaufgabe
mit Leyla Ercan, Beraterin und Dozentin
Guy Dermosessian, Freischaffender Künstler und Kurator,
und Suy Lan Hopmann, Stadtmuseum Berlin - Online-Session 6: Zukunftswerkstatt II – Krisen_Kommunikation
mit Karin Schlüter, Kulturbotschaft Berlin
und Dr. Christina Ludwig, Stadtmuseum Dresden - Präsenzworkshop 3: Cultural Leadership Professionsentwicklung – Abschluss und Take Off
in der Akademie für Kulturelle Bildung, Remscheid und dem ZAKK, Düsseldorf
Die Stipendiat:innen 2025/26

- Melike Bilir, Künstlerische Leitung, Hajusom e.V.
- Mohammad Ghunaim, bis Juli 2025 Referent für Diversität, Thalia Theater
- Mareike Lappat, Leiterin der Stadtteilbibliothek Altona, Bücherhallen Hamburg
- Carolin Löffler, Referentin der Geschäftsführung und Nachhaltigkeitskoordinatorin, Kampnagel Internationale Kulturfabrik GmbH
- Ainhoa Montoya Arteabaro, Stellvertretende Geschäftsführerin, Kulturschloss Wandsbek
- Insa Müller, Geschäftsführerin, The Young ClassX e.V.
- Connie Nell, Geschäftsführung und Leitung Veranstaltungen, Stadtteiltreff A.G.D.A.Z. in Steilshoop e.V.
- Nina Reiprich, Festivalleitung und Geschäftsführung, fluxus² e.V. / Studio Marshmallow
- Moritz Reissenberger, Künstlerischer Betriebsdirektor, Hamburgische Staatsoper
- Daniel Stolte, Geschäftsführer und künstlerischer Festivalleiter, einhornkollektiv UG – Agentur für kulturelle Transformation
- Sophie Wackerbauer, Leitung / Produktionsleitung, feel.jazz Festival / TONALi
- Janne Weirup, Geschäftsführung und Künstlerische Leitung, Hamburger Puppentheater
- Andrea Weniger, Leitung Bildung & Vermittlung, Hamburger Kunsthalle
- Christopher Weymann, Künstlerische Leitung, FUNDUS THEATER / Forschungstheater
- Johanna Wild, Chefkuratorin und Kuratorin für zeitgenössische Kunst,
Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt (MARKK)
Die Anfänge: Das Pilotprojekt 2023
Bereits während der Corona-Pandemie wurde die Forderung nach gezielter Kompetenzentwicklung im Kulturbereich laut – nachzulesen in den Kulturpolitischen Mitteilungen 176. 2023 konnte schließlich dank der Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft Nordrhein-Westfalen ein Pilotprojekt mit Modellanspruch realisiert werden, in dessen Rahmen der erste Prototyp des Cultural Leadership-Stipendienprogramms entwickelt und in NRW durchgeführt wurde. Umgesetzt wurde das Projekt durch das Institut für Kultur- und Medienmanagement der Hochschule für Musik und Theater Hamburg in Kooperation mit dem Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft.
Die 15 Stipendiat:innen wurden dabei als „Team Zero“ im laufenden Prozess eng in die Programmentwicklung einbezogen, um das Programm möglichst bedarfsorientiert weiterentwickeln zu können und es so weiter reifen zu lassen. Die in diesem Rahmen gesammelten Erkenntnisse sowie die der Abschlussevaluation finden sich in der aktuellen, überarbeiteten Version des Programmes wieder.
Weiterführende Einblicke in das Pilotprojekt, die Programmstruktur 2023/24 sowie den gesammelten Learnings und Erkenntnissen gibt die Abschlussdokumentation.

Folgende Institutionen waren im ersten Programmdurchlauf 2023/24 vertreten:
Kulturforum Witten, Theater Bielefeld, Theater im Pumpenhaus, Kunstmuseum Bochum, Institut für Tanz und Bewegungskultur, Theater Bonn, Kultur Ruhr, Schauspiel Köln, Kunstmuseum Bonn, VHS-Zweckverband Diemel-Egge-Weser, Kulturdezernat der Kreisstadt Unna, Beethoven Orchester Bonn, DOMiD e.V, Kulturzentrum zakk und Kulturbüro der Stadt Wuppertal.